Schumann, Wieck, Wagner

Credits

Recorded at St John The Evangelist, Anerley, London
Fortepiano: Erard (1851), restored by David Winston of the Period Piano Company.
Tuned to Bach Lehman temperament by Steve Evans.
Engineered and Produced by Stephen Saunders and Huw Morgan for SFZ Music

Dedicated to Peter and Marie-Gabrielle Stokes and Michael R Mackenzie

Translation

Schumann: Liederkreis (1840) Op.39
In Der Fremde In the Foreign Land
Aus der Heimat hinter den Blitzen rot
Da kommen die Wolken her,
Aber Vater und Mutter sind lange tot,
Es kennt mich dort keiner mehr.
Wie bald, ach wie bald kommt die stille Zeit,
Da ruhe ich auch, und über mir
Rausch’t die schöne Waldeinsamkeit,
Und keiner kennt mich mehr hier.
From the Home behind the red Lightening
There come the Clouds,
But Father and Mother are long dead,
It knows me now no more.
How soon, oh how soon comes the quiet Time,
There I too will rest, and over me
Rushes the beautiful Forest’s solitude,
And no-one knows me anymore.
Mondnacht Moonlight
Es war, als hätt’ der Himmel,
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt.
It was as if had Heaven,
The Earth quietly kissed,
That she in a Blossom shower
Of him only dream must.
Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.
The Breeze went through the Fields,
The Corn waved softly,
It rustled gently the Forest,
So star-clear was the Night.
Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.
And my Soul spread
Far its Wings out,
Flew through the silent Land,
As if flying Home.
Frühlingsnacht Spring Night
Über’n Garten durch die Lüfte
Hört’ ich Wandervögel ziehn,
Das bedeutet Frühlingsdüfte,
Unten fängt’s schon an zu blühn.
Across garden through the sky
Heard I the migrating birds pass,
That means spring fragrance,
Below already things begin to bloom.
Jauchzen möcht’ ich, möchte weinen,
Ist mir’s doch, als könnt’s nicht sein!
Alte Wunder wieder scheinen
Mit dem Mondesglanz herein.
To rejoice want I, want to cry,
It is to me as if it cannot be!
Old Wonders appear to shine
With the Moonlight again.
Und der Mond, die Sterne sagen’s,
Und im Träumen rauscht’s der Hain,
Und die Nachtigallen schlagen’s:
Sie ist deine! Sie ist dein!
And the Moon, the Stars say it,
And in a Dream murmers the Grove,
And the Nightingales sing:
She is yours! She is yours!
Wieck: Sechs Lieder (1844) Op. 13
Sie liebten sich beide They Loved One Another
Sie liebten sich beide, doch keiner
Wollt’ es dem andern gestehn;
Sie sahen sich an so feindlich,
Und wollten vor Liebe vergehn.
They loved one another, but neither
Wished to tell the other;
They looked at each other so hostile,
And wanted of love to die.
Sie trennten sich endlich und sah’n sich
Nur noch zuweilen im Traum;
Sie waren längst gestorben
Und wussten es selber kaum.
In the end they parted and saw
Each other but rarely in dreams.
They were so long ago dead
And knew it themselves barely.
Ich hab’ in deinem Auge I saw in your eyes
Ich hab’ in deinem Auge
Den Strahl der ewigen Liebe gesehen,
Ich sah auf deinen Wangen
Einmal die Rosen des Himmels stehn.
I have in your eyes
The ray of eternal love seen,
I saw on your cheeks
Once the roses of heaven stay.
Und wie der Strahl im Aug’ erlischt
Und wie die Rosen zerstieben,
Ihr Abglanz ewig neu erfrischt,
Ist mir im Herzen geblieben,
And how the ray in your eyes dims,
And how the roses scatter,
Their reflection, forever new refreshed,
Is to me in my heart beloved,
Und niemals werd’ ich die Wangen seh’n
Und nie in’s Auge dir blicken,
So werden sie mir in Rosen steh’n
Und es den Strahl mir schicken.
And never will I at your cheeks look,
And never will I into your eyes gaze,
So will you to me in Roses stay,
And the ray to me send.
Wieck: Sechs Lieder aus Jucunde (1853) Op.23
Geheimes Flüstern Secret whisperings
Geheimes Flüstern hier und dort,
Verborg’nes Quellenrauschen,
O Wald, o Wald, geweihter Ort,
Laß mich des Liebens reinstes Wort,
in Zweig und Blatt belauschen!
Secret whisperings here and there,
Hidden, murmuring springs,
O forest, O forest, consecrated place,
Let me listen in bough and foliage
To life’s most pure word!
Und schreit’ ich in den Wald hinaus,
Da grüßen mich die Bäume,
Du liebes, freies Gotteshaus,
Du schließest mich mit Sturmgebraus
In deine kühlen Räume!
And when I walk out into the forest,
I am greeted by the trees,
You fair, unfettered house of God,
You enfold me with your howling storm
In your cool spaces!
Was leise mich umschwebt, umklingt,
Ich will es treu bewahren,
Und was mir tief zum Herzen dringt,
Will ich, vom Geist der Lieb’ beschwingt,
In Liedern offenbaren!
All that surrounds and whispers round me,
I shall faithfully preserve,
And all that oppresses my heart
I shall, elated by the spirit of love,
Express in song!
O Lust, O Lust! O Joy, O Joy!
O Lust, o Lust, vom Berg ein Lied
In’s Land hinab zu singen!
Der kleinste Ton hinunter zieht,
So wie auf Riesenschwingen!
O joy, O joy to sing a song
From the mountain down to the valley!
The smallest sound echoes down
As if on giant pinions!
Der stillste Hauch aus lauter Brust,
In Leid und Lust entrungen,
Er wird zum Klange, unbewußt
Für alle Welt gesungen.
The faintest breath from the purest heart
That fashions songs in grief and joy,
Unwittingly becomes a song
Sung for all the world.
Es schwingt sich erd- und himmelwärts
Der Seele klingend Sehnen,
Und fällt der ganzen Welt an’s Herz –
Ob freudig, ob in Tränen.
Earthward and heavenward it soars,
The ringing longing of the soul,
And touches the heart of the whole world –
Whether in joy or in tears.
Was still sonst nur die Brust durchzieht,
Fliegt aus auf lauten Schwingen
O Lust, o Lust, vom Berg ein Lied
In’s Land hinab zu singen!
What is wont to move quietly though the breast
Now soars away on loud wings.
The joy, O the joy to sing a song
From the mountain down to the valley!
Wagner: Wesendonck Lieder (1858) WWV 91
Im Treibhaus In the greenhouse
Hochgewölbte Blätterkronen,
Baldachine von Smaragd,
Kinder ihr aus fernen Zonen,
Saget mir, warum ihr klagt?
High-arching leafy crowns,
Canopies of emerald,
You children who dwell in distant climes,
Tell me, why do you lament?
Schweigend neiget ihr die Zweige,
Malet Zeichen in die Luft,
Und der Leiden stummer Zeuge
Steiget aufwärts, süßer Duft.
Silently you bend your branches,
Inscribe your symbols on the air,
And a sweet fragrance rises,
As silent witness to you sorrows.
Weit in sehnendem Verlangen
Breitet ihr die Arme aus
Und umschlinget wahnbefangen
Öder Leere nicht’gen Graus.
With longing and desire
You open wide your arms,
And embrace in your delusion
Desolation’s awful void.
Wohl ich weiß es, arme Pflanze:
Ein Geschicke teilen wir,
Ob umstrahlt von Licht und Glanze,
Unsre Heimat is nicht hier!
I am well aware, poor plant;
We both share a single fate,
Though bathed in gleaming light,
Our homeland is not here!
Und wie froh die Sonne scheidet
Von des Tages leerem Schein,
Hüllet der, der wahrhaft leidet,
Sich in Schweigens Dunkel ein.
And just as the sun is glad to leave
The empty gleam of day,
The true sufferer veils himself
In the darkness of silence.
Stille wird’s, ein säuselnd Weben
Füllet bang den dunklen Raum:
Schwere Tropfen seh’ ich schweben
An der Blätter grünem Saum.
It grows quiet, a whirring whisper
Fills the dark room uneasily:
I see heavy droplets hanging
From the green edge of the leaves.
Träume Dreams
Sag, welch wunderbare Träume
Halten meinen Sinn umfangen,
Daß sie nicht wie leere Schäume
Sind in ödes Nichts vergangen?
Say, what wondrous dreams are these
Embracing all my senses,
That they have not, like bubbles,
Vanished to a barren void?
Träume, die in jeder Stunde,
Jedem Tage schöner blühn,
Und mit ihrer Himmelskunde
Selig durchs Gemüte ziehn!
Dreams, that with every hour
Bloom more lovely every day,
And with their heavenly tidings
FLoat blissfully through the mind!
Träume, die wie hehre Strahlen
In die Seele sich versenken,
Dort ein ewig Bild zu malen:
Allvergessen, Eingedenken!
Dreams, that with glorious rays
Penetrate the soul,
There to paint an eternal picture:
Forgetting all, remembering one!
Träume, wie wenn Frühlingssonne
Aus dem Schnee die Blüten küßt,
Daß zu nie geahnter Wonne
Sie der neue Tag begrüßt,
Dreams, as when the Spring sun
Kisses blossoms from the snow,
So the new day might welcome them
In unimagined bliss,
Daß sie wachsen, daß sie blühen,
Träumend spenden ihren Duft,
Sanft an deiner Brust verglühen,
Und dann sinken in die Gruft.
So that they grow and flower,
Bestow their scent as in a dream,
Fade softly away on your breast
And sink into their grave.